Nach einem holprigen Start in die Rückrunde feiert Borussia Dortmund beim 4:0 gegen Eintracht Frankfurt den vierten Pflichtspielsieg in Serie. Und der Trainer freut sich über ein besonderes Jubiläum.
Nobert Dickel konnte gar nicht verstehen, was da gerade eben passiert war. Nur wenige Sekunden zuvor hatte der stimmgewaltige "Held von Berlin", wie der Stadionsprecher von Borussia Dortmund von den BVB-Fans genannt wird, die Einwechslung von Milos Jojic verkündet, schon musste er erneut zum Mikrofon greifen.
"Das gibt's doch gar nicht", schrie Dickel. Nur 17 Sekunden nachdem er den Platz betreten hatte, traf Jojic bei seinem Bundesligadebüt überhaupt ins Tor. Es war das Tor zum 4:0-Endstand gegen Eintracht Frankfurt, dem vierten Dortmunder Pflichtspielsieg in Folge. Zurzeit klappt beim Tabellendritten der Bundesliga scheinbar wieder alles, rekordverdächtige Jokertore eingeschlossen.
"Wir haben richtig stark gespielt, von der ersten Sekunde an waren wir griffig", sagte Trainer Jürgen Klopp nach der zweiten Galavorstellung seines Teams in Folge bei einem Bundesligaspiel. Bereits eine Woche zuvor hatten die Dortmunder Werder Bremen überrollt und dabei erstmals nach mehreren Wochen mit einigen Problemen wieder die spielerische Leichtigkeit gezeigt, die sie in den vergangenen drei Jahren meistens ausgezeichnet hatte.
Die Statik stimmt wieder
"Es war ein tolles Spiel von uns", lobte Klopp die Mannschaft und insbesondere seine Mittelachse. Henrikh Mkhytaryan, der armenische Spielgestalter, und Robert Lewandowski, der seinen Wert für das Team nicht nur aufgrund seiner Treffsicherheit hat, hätten den Mitspielern in den entscheidenden Momenten "den Weg gewiesen", so der Trainer: Die Statik des Offensivspiels stimmt wieder, obwohl unverändert wichtige Männer fehlen.
Ohne Marco Reus und Jakub Blaszczykowski, beide feste Größen auf den Flügelpositionen im offensiven Mittelfeld, trat der BVB am Samstag an. Ilkay Gündogan, der in der vergangenen Saison zum strategischen Kopf der Borussen geworden war, fehlt mittlerweile seit einem halben Jahr.
"Wir schaffen es mittlerweile besser, Ausfälle zu kompensieren", sagte Lewandowski, der diesen Umstand an der immer besser funktionierenden Integration der Sommerzugänge festmacht. "Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang machen ihre Sache mittlerweile richtig gut", so der polnische Torjäger, dem mit Aubameyang sogar ein ernsthafter Konkurrent im Kampf um die Torjägerkanone zu erwachsen scheint.
Der Gabuner, der die Dortmunder bereits am vergangenen Dienstag im DFB-Pokal – ebenfalls gegen Frankfurt – ins Viertelfinale geschossen hatte, erzielte am Samstag seine Bundesligatreffer 12 und 13 (10. und 21. Minute). Lewandowski konnte seine Poleposition nur verteidigen, weil per Foulelfmeter (47.) zu seinem 14. Saisontor kam. "Es ist gut, dass Auba auch so viele Tore macht – für mich und die Mannschaft", sagte der Pole: "Zusammen wir jedenfalls uneinholbar."

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