Tuesday, December 10, 2013

Bericht enthüllt: BVB-Ordner werden nicht geschult

Borussia Dortmund verstoße gegen Auflagen der DFL in puncto Sicherheitsmaßnahmen bei Heimspielen, heißt es. Zudem zahle der Club keinen Mindestlohn an die Mitarbeiter.

Dortmund/Hamburg. Die Diskussionen um Sicherheitsmaßnahmen in Deutschlands Fußball-Stadien ebben nicht ab. Nun zeichnete das WDR-Magazin "Sport inside" am Montagabend ein erschreckendes Bild, wie schlecht vorbereitet die Ordner bei Spielen von Borussia Dortmund sind.

Der BVB stellt als einer von nur vier Vereinen einen Großteil des Sicherheitspersonals selbst und greift nicht auf Security-Firmen zurück. Dabei sind die Ordner offenbar für ihre Tätigkeiten gar nicht ausgebildet. Die Deutsche Fußball-Liga fordert eine Schulung von mindestens zehn Stunden für Sicherheitskräfte. In Dortmund soll es solche Unterrichtungen für rund 750 Mitarbeiter jedoch seit Jahren nicht mehr gegeben haben.

Wie einfach es ist, Ordner bei einem Bundesligaspiel zu werden, bewies der WDR in einem Selbstversuch. Ein Mitarbeiter wurde nur 3,5 Stunden vor Beginn der Partie gegen Bayern München als Ordner engagiert, brauchte dazu lediglich ein Führungszeugnis und Ausweispapiere vorlegen. Entsprechende Schulungen hatte er ebenso nicht durchlaufen, wie eine geforderte Überprüfung durch die Polizei.

Anschließend war der Mann u.a. bei Einlasskontrollen beschäftigt, wo es darum geht, Pyrotechnik aus den Stadien zu halten. NRW-Innenminister Ralf Jäger erklärte in dem Beitrag: "Wenn das Standard wäre für alle Ordner, dann rutschen bei einer solchen Maßnahme unter Umständen genau die durch, die wir aus den Stadien raushalten wollen. Die, die gewalttätig sind, die Pyrotechnik zünden. Das wäre die Perversion, sich nachher noch als Ordner bewerben können. Das darf nicht sein."

Der Dortmunder Organisationsdirektor Christian Hockenjos kündigte, mit den Vorwürfen konfrontiert, an, dem nachzugehen und Schulungen durchführen zu lassen. Laut WDR sind inzwischen für Januar bereits zwei Termine angesetzt.

Kritik an der Ordner-Politik des BVB gibt es zudem, weil der Verein laut des Berichts nur fünf Euro Stundenlohn an seine Ordner bezahlt. Nach Ansicht von Gewerkschaftsvertretern unterliegt die Beschäftigung aber dem tariflichen Mindestlohn von 8,23 Euro.

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