Saturday, December 7, 2013

Bayern-Jäger im Duell: Wenn sehr gut nicht mehr reicht

Dortmund oder Leverkusen - wer bleibt an den übermächtigen Bayern dran? Heute treffen beide Teams im Bundesliga-Topspiel aufeinander - für Dortmund wäre die Meisterschaft bei einer Niederlage wohl schon futsch.

Bayern, na klar. Die Bayern sind super. Die sind Erster, spielen klasse, verlieren mindestens bis zur Winterpause kein Ligaspiel mehr und brechen einen Rekord nach dem anderen. Wahrscheinlich haben sie längst auch eine neue Bestmarke im Rekordeaufstellen erzielt. Die Bayern stehen verdient ganz oben, das steht außer Frage. Der Abstand zu den Verfolgern ist schon gewaltig.

Allerdings gar nicht so sehr bei den Punkten: gerade vier vor Leverkusen und sieben vor Dortmund – das hätte kurz vor der Winterpause viel schlimmer sein können. Den größten Vorsprung haben die Münchner in der öffentlichen Wahrnehmung.

Dabei geht es noch nicht einmal um die selbst in Leverkusen umstrittenen Wortschöpfungen wie „Werksklub“ oder „Vizekusen“. Auch nicht um den eher gezwungenen Versuch in Dortmund, die eigenen finanziellen Rahmenbedingungen mit irgendeiner Zahl zu multiplizieren, um so den Unterschied zum geschätzten Reichtum des Rekordmeisters zu verdeutlichen.

Zumal der BVBdiesen Vergleich auch schon in den vergangenen Jahren verloren, aber trotzdem zwei Meisterschaften und ein DFB Pokalfinale gewonnen hat. Es geht vielmehr um die Einschätzung, wer spielt eigentlich wie attraktiv Fußball?

Dortmund und Leverkusen müssten eigentlich gefeiert werden

Natürlich sind auch in dieser Kategorie die Bayern vorne, wesentlich knapper jedoch als in der Punktewertung. Die Spiel-Philosophie von Dortmund und Leverkusen, gerade in der offensiven Umsetzung, wird sogar in anderen Lagern geschätzt und bewundert – solange es nicht gegen den eigenen Verein geht. Fußball mit enormem Zug zum Tor, mit Technik und Klasse, viel Tempo und reichlich Risiko, ist immer schön anzuschauen.

Die beiden müssten dafür ausgiebig gefeiert werden – wenn die Bayern nicht wären. Deren Umsetzung ist im direkten Vergleich genauso atemberaubend, deren Siegesserie ist länger und deren Verletztenliste noch spektakulärer als die in Dortmund. Der BVBund Bayer erfahren in diesen Wochen, dass spätestens seit dem Saisonstart oberhalb von „sehr gut“ eine weitere Kategorie dazugekommen ist.

Natürlich tragen die ersten beiden Verfolger des Spitzenreiters auch ihren eigenen Anteil dazu bei, dass die Bewertung nicht selten eine Note schlechter ausfällt als sie sein müsste. Bei Leverkusen bleibt der ein oder andere schmeichelhafte Sieg hängen, zuletzt im Pokal in Freiburg, die 0:1-Blamage bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig, ein unerklärbarer Punktgewinn gegen die Bayern und natürlich das 0:5-Debakel gegen Manchester in der Champions League mit anschließendem Wortgemetzel, an dem sich genüsslich auch Sympathisanten des Zweitligisten aus Köln beteiligt haben. Nach Punkten gerechnet, ist Leverkusen übrigens der beste Zweitplazierte in den bisher fünfzigeinhalb Jahren Bundesliga.

Dortmund will Leverkusen Platz zwei abjagen

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