Nations League: Klopp sauer, Bayern hat Verständnis
Neue Titelchance hin oder her: In Deutschland stößt die "Nations League" der Uefa auf Ablehnung - vor allem bei Dortmund-Coach Jürgen Klopp und Liga-Präsident Reinhard Rauball. Einzig Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge verteidigt das Projekt.
Gegen die Bedenken des DFB hat die Uefa ihre europäische Nationenliga auf den Weg gebracht und damit im deutschen Fußball eine Kontroverse ausgelöst. Viele Fußball-Größen zeigen sich verärgert, Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge stellt sich hingegen hinter das neue Projekt. Das sind die Reaktionen zur Einführung der "Nations League":
DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Ich verhehle nicht, dass wir im gesamten Verlauf der Diskussion die Bedenken des DFB gegen die Nations League hinterlegt haben. Letztlich aber akzeptieren und respektieren wir den erklärten Wunsch fast aller UEFA-Nationalverbände, innerhalb des internationalen Spielkalenders einen neuen Wettbewerb zu kreieren."
Bundestrainer Joachim Löw: "Wir wollen am liebsten immer gegen die großen Nationen im Weltfußball spielen, auch außerhalb der WM- und EM-Turniere. Nur dann können wir uns weiterentwickeln. Wenn dies innerhalb der Nations League für uns gewährleistet wird und wir uns in diesem Rahmen mit den besten europäischen Teams messen können, können wir aus rein sportlicher Sicht damit leben. Wobei wir uns auch weiterhin mit Nationen außerhalb Europas messen wollen. Die Termine und Gelegenheiten hierfür zu finden, wird sicher nicht einfacher."
Trainer Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): "Ich habe nicht direkt ein Freudenfest angezettelt. Ich glaube die Entscheidung würde anders ausfallen, wenn die Jungs, die die Entscheidung getroffen haben, auch spielen müssten. Wir wurden auch nicht gefragt. Und es wäre doch schön gewesen, wenn man Spieler und Trainer miteinbezogen hätte. Der Körper ist nur bedingt belastbar. Es ist ein Irrglaube, dass einzelne Spiele weniger intensiv sind, wenn du sie gewinnen willst."
Geschäftsführer Michael Schade (Bayer Leverkusen): "Ich befürchte, dass der Fußball in Gefahr gerät, sich zu inflationieren. Wenn man einen weiteren Wettbewerb hinzufügt, kann man sich gegenseitig kannibalisieren. Für die Clubs sind Spieler ein Investment, von dem sie aber immer weniger haben, wenn sie immer mehr international spielen."

No comments:
Post a Comment