Tuesday, December 3, 2013

BVB-Gegner im DFB-Pokal-Achtelfinale

Saarbrücken: Der Club, der einst Platini verschmähte


Dortmund muss im DFB-Pokal beim Drittligisten Saarbrücken ran - eigentlich eine klare Sache. Doch die Saarländer haben eine große Tradition. Einst kickten Stars wie Magath, Brehme und Yeboah beim „aufregendstem Team Europas“.

30.000 Zuschauer, ein Gegner von Weltformat – beim 1. FC Saarbrücken werden am Dienstagabend Erinnerung wach an glorreiche Zeiten. "Das ist wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“, sagt Milan Sasic, der Trainer des Drittligisten, vor dem Duell mit Borussia Dortmund im Achtelfinale des DFB-Pokals (20.30 Uhr im FOCUS-Online-Liveticker). „Es ist eine tolle Sache, dass unsere Fans die besten Fußballer der Welt in unserem Stadion zu sehen bekommen."

Was viele nicht wissen: Einst spielten die besten Fußballer der Welt nicht in Dortmund – sondern in Saarbrücken. Anthony Yeboah trug Ende der 80er-Jahre das schwarz-blaue Trikot, auch Felix Magath (1974-76) und Andreas Brehme (1980-81) liefen für die Saarländer auf. Otto Rehhagel stand 1972, zu Beginn seiner Trainerkarriere, beim FCS an der Seitenlinie.

"Zu schmächtig": Saarbrücken schickte Platini wieder nach Hause

Zu europaweitem Ruhm kamen die Saarbrücker sogar schon früher. 1943 und 1952 wurde man deutscher Vize-Meister, in internationalen Spielen schlug man die Top-Teams Real Madrid und AC Mailand. Aus dieser Zeit stammt auch das Zitat des ehemaligen Fifa-Präsidenten Jules Rimet, der Saarbrücken als „aufregendstes Team Europas“ bezeichnete.

Aufregend – das war es meist im Saarland. Besonders 1976, als ein gewisser Michel Platini zum Probetraining vorbeikam. Der Franzose, damals Anfang 20, war dem Club aber zu schmächtig – und so wurde er wieder weggeschickt. Eine fatale Fehleinschätzung, Platini stieg später zum Fußball-Helden auf – Saarbrücken zwischenzeitlich sogar in die fünfte Liga ab.

Kampf gegen die Viertklassigkeit

Heute kickt das Bundesliga-Gründungsmitglied wieder in der dritthöchsten Spielklasse, kämpft dort gegen den Abstieg. An ein Weiterkommen glauben in Saarbrücken selbst die größten Nostalgiker nicht, obwohl Coach Sasic durchaus als Pokalexperte gilt.

Den MSV Duisburg führte er vor zwei Jahren ins Endspiel gegen Schalke, das allerdings ging mit 0:5 verloren. Ein ähnliches Ergebnis ist auch gegen den BVB zu erwarten. Die Saarbrücker werden den Abend im Rampenlicht dennoch genießen.

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